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Pflichten der Hersteller von Maschinen, unvollständigen Maschinen und dazugehörigen Produkten

Aktualisiert: 4. Juli

Inhaltliche Unterschiede zwischen der neuen Maschinen-Verordnung (EU) 2023/1230 und der Maschinenrichtlinie 2006/42/EG - Artikel 5 der Maschinenrichtlinie - in Bezug auf Inverkehrbringen und Inbetriebnahme.


Die neue Maschinen-Verordnung (EU) 2023/1230 bringt eine Reihe von Änderungen im Vergleich zur vorherigen Maschinenrichtlinie 2006/42/EG mit sich. Artikel 10 der Verordnung behandelt die Pflichten der Hersteller von Maschinen und dazugehörigen Produkten. Hier sind die inhaltlichen Unterschiede zwischen den beiden Regelungen:

1. Konformität und Sicherheitsanforderungen (Absatz 1):

  • Die Verordnung fordert von Herstellern, dass sie sicherstellen, dass Maschinen und dazugehörige Produkte den grundlegenden Sicherheits- und Gesundheitsschutzanforderungen gemäß Anhang III entsprechen.

  • Die Richtlinie enthielt eine ähnliche Anforderung, jedoch ist der Ausdruck der Verordnung spezifischer und präziser in Bezug auf die Konformität mit den Sicherheits- und Gesundheitsanforderungen.

2. Technische Unterlagen und Konformitätsbewertungsverfahren (Absatz 2):

  • Sowohl die Verordnung als auch die Richtlinie erfordern von Herstellern, vor dem Inverkehrbringen oder der Inbetriebnahme technische Unterlagen zu erstellen und ein Konformitätsbewertungsverfahren gemäß den jeweiligen Regelungen durchzuführen.

  • Die Verordnung hebt jedoch die Anforderungen an die Konformitätsbewertung hervor, indem sie spezifisch auf das einschlägige Konformitätsbewertungsverfahren in Artikel 25 verweist.

3. EU-Konformitätserklärung und CE-Kennzeichnung (Absatz 2):

  • Beide Regelungen verlangen von Herstellern, nach erfolgreichem Konformitätsnachweis eine EU-Konformitätserklärung gemäß den jeweiligen Regelungen auszustellen und die CE-Kennzeichnung anzubringen.

  • Die Verordnung hebt jedoch die Notwendigkeit hervor, die Konformität mit den Anforderungen des Anhangs III nachzuweisen, bevor die EU-Konformitätserklärung und die CE-Kennzeichnung ausgestellt werden.

4. Aufbewahrung von Unterlagen (Absatz 3):

  • Sowohl die Verordnung als auch die Richtlinie erfordern von Herstellern, technische Unterlagen und EU-Konformitätserklärungen nach dem Inverkehrbringen aufzubewahren.

  • Die Verordnung betont jedoch die mögliche Bereitstellung des Quellcodes oder der Programmierlogik der Maschinen auf begründeten Antrag der nationalen Behörden.

5. Serienproduktion und Änderungen (Absatz 4):

  • Beide Regelungen verlangen von Herstellern, geeignete Verfahren sicherzustellen, um Konformität bei Maschinen aus Serienproduktion sicherzustellen und Änderungen angemessen zu berücksichtigen.

  • Die Verordnung betont, dass Änderungen an harmonisierten Normen oder technischen Spezifikationen angemessen berücksichtigt werden müssen und hebt die Notwendigkeit der Sicherung der Konformität bei Änderungen hervor.

6. Sicherheitsinformationen und Kennzeichnungen (Absatz 5):

  • Beide Regelungen legen fest, dass Hersteller sicherstellen müssen, dass Maschinen entsprechende Kennzeichnungen und Informationen tragen.

  • Die Verordnung erweitert jedoch die Anforderungen an die Kennzeichnung und betont die Identifizierung von Modell, Baujahr, Typ und Kennzeichen. Sie enthält außerdem spezifische Anforderungen für Informationen auf Verpackungen oder beigefügten Unterlagen.

7. Betriebsanleitung und Informationen (Absatz 7):

  • Beide Regelungen fordern, dass Hersteller Betriebsanleitungen und Informationen gemäß den jeweiligen Regelungen beifügen.

  • Die Verordnung erweitert jedoch die Anforderungen an digitale Betriebsanleitungen, einschließlich des Zugangs und der Verfügbarkeit sowie der Bereitstellung in Papierform auf Verlangen des Nutzers.

8. Digitale EU-Konformitätserklärungen (Absatz 8):

  • Die Verordnung führt die Möglichkeit ein, digitale EU-Konformitätserklärungen bereitzustellen, betont jedoch, dass sie während der erwarteten Lebensdauer der Maschine oder des Produkts und mindestens zehn Jahre online verfügbar sein müssen.

9. Korrekturmaßnahmen und Risikomeldung (Absatz 9):

  • Beide Regelungen verlangen, dass Hersteller bei Nicht-Konformität Korrekturmaßnahmen ergreifen und Risiken melden.

  • Die Verordnung betont die unverzügliche Meldung von Risiken für Sicherheit, Gesundheit, Umwelt usw. und erfordert ausführliche Angaben über die ergriffenen Maßnahmen.

10. Kooperation mit nationalen Behörden (Absatz 10):

  • Beide Regelungen verlangen von Herstellern, Informationen und Unterlagen auf Anfrage bereitzustellen und mit den nationalen Behörden zusammenzuarbeiten.

  • Die Verordnung betont die Zusammenarbeit bei Maßnahmen zur Abwendung von Risiken im Zusammenhang mit Sicherheits- und Gesundheitsschutzanforderungen.

Zusammenfassung: Die neue Maschinen-Verordnung (EU) 2023/1230 hebt einige wichtige Unterschiede zur vorherigen Maschinenrichtlinie 2006/42/EG hervor. Sie präzisiert Anforderungen an die Konformitätsbewertung, digitale Betriebsanleitungen und EU-Konformitätserklärungen, betont die Notwendigkeit der Risikomeldung und erweitert die Kennzeichnungsanforderungen. Außerdem legt sie mehr Wert auf die Zusammenarbeit mit nationalen Behörden bei der Risikobewältigung. Dieser Artikel stellt einen Überblick über die inhaltlichen Änderungen zwischen den beiden Regelungen dar, die Hersteller bei der Entwicklung, Herstellung und Bereitstellung von Maschinen und dazugehörigen Produkten berücksichtigen müssen.


Artikel 11 der neuen Maschinen-Verordnung (EU) 2023/1230 behandelt die Pflichten der Hersteller von unvollständigen Maschinen. Hier sind die inhaltlichen Unterschiede zwischen den beiden Regelungen:

1. Konformität und Sicherheitsanforderungen (Absatz 1):

  • Die Verordnung verlangt, dass Hersteller sicherstellen, dass unvollständige Maschinen den einschlägigen grundlegenden Sicherheits- und Gesundheitsschutzanforderungen gemäß Anhang III entsprechen.

  • Die Richtlinie forderte ähnliches, jedoch ist der Ausdruck der Verordnung spezifischer und präziser in Bezug auf die Konformität mit den Sicherheits- und Gesundheitsanforderungen.

2. Technische Unterlagen (Absatz 2):

  • Sowohl die Verordnung als auch die Richtlinie verlangen von Herstellern, technische Unterlagen für unvollständige Maschinen zu erstellen.

  • Die Verordnung präzisiert, dass diese Unterlagen gemäß Anhang IV Teil B erstellt werden sollen.

3. EU-Einbauerklärung (Absatz 2):

  • Beide Regelungen erfordern von Herstellern, nach erfolgreichem Konformitätsnachweis eine EU-Einbauerklärung gemäß den jeweiligen Regelungen auszustellen.

  • Die Verordnung hebt hervor, dass die Einbauerklärung gemäß Artikel 22 erstellt werden soll.

4. Aufbewahrung von Unterlagen (Absatz 3):

  • Sowohl die Verordnung als auch die Richtlinie verlangen von Herstellern, technische Unterlagen und EU-Einbauerklärungen nach dem Inverkehrbringen aufzubewahren.

  • Die Verordnung betont jedoch die mögliche Bereitstellung des Quellcodes oder der Programmierlogik der unvollständigen Maschinen auf begründeten Antrag der nationalen Behörden.

5. Serienproduktion und Änderungen (Absatz 4):

  • Beide Regelungen verlangen von Herstellern, geeignete Verfahren sicherzustellen, um Konformität bei unvollständigen Maschinen aus Serienproduktion sicherzustellen und Änderungen angemessen zu berücksichtigen.

  • Die Verordnung betont, dass Änderungen an harmonisierten Normen oder technischen Spezifikationen angemessen berücksichtigt werden müssen und hebt die Notwendigkeit der Sicherung der Konformität bei Änderungen hervor.

6. Sicherheitsinformationen und Kennzeichnungen (Absatz 5):

  • Beide Regelungen legen fest, dass Hersteller sicherstellen müssen, dass unvollständige Maschinen entsprechende Kennzeichnungen und Informationen tragen.

  • Die Verordnung erweitert jedoch die Anforderungen an die Kennzeichnung und betont die Identifizierung von Modell, Baujahr, Typ und Kennzeichen. Sie enthält außerdem spezifische Anforderungen für Informationen auf Verpackungen oder beigefügten Unterlagen.

7. Montageanleitung (Absatz 7):

  • Die Verordnung führt die Pflicht ein, dass unvollständige Maschinen mit einer Montageanleitung gemäß Anhang XI versehen sind.

  • Diese Anforderung war in der Richtlinie nicht explizit enthalten.

8. Digitale Montageanleitungen (Absatz 7):

  • Die Verordnung erweitert die Anforderungen an digitale Montageanleitungen ähnlich wie bei den Betriebsanleitungen in Artikel 10, einschließlich Zugang, Verfügbarkeit und Bereitstellung in Papierform auf Verlangen des Nutzers.

9. Digitale EU-Einbauerklärungen (Absatz 8):

  • Die Verordnung führt die Möglichkeit ein, digitale EU-Einbauerklärungen bereitzustellen, betont jedoch, dass sie mindestens zehn Jahre online verfügbar sein müssen.

10. Korrekturmaßnahmen und Risikomeldung (Absatz 9):

  • Beide Regelungen verlangen, dass Hersteller bei Nicht-Konformität Korrekturmaßnahmen ergreifen und Risiken melden.

  • Die Verordnung betont die unverzügliche Meldung von Risiken im Hinblick auf Sicherheits- und Gesundheitsschutzanforderungen und erfordert ausführliche Angaben über die ergriffenen Maßnahmen.

11. Kooperation mit nationalen Behörden (Absatz 10):

  • Beide Regelungen verlangen von Herstellern, Informationen und Unterlagen auf Anfrage bereitzustellen und mit den nationalen Behörden zusammenzuarbeiten.

  • Die Verordnung betont die Zusammenarbeit bei Maßnahmen zur Abwendung von Risiken im Zusammenhang mit Sicherheits- und Gesundheitsschutzanforderungen.

Zusammenfassung: Artikel 11 der neuen Maschinen-Verordnung (EU) 2023/1230 bringt ähnliche Änderungen und Präzisierungen wie Artikel 10 im Vergleich zur vorherigen Maschinenrichtlinie 2006/42/EG mit sich. Die Verordnung betont die Konformität mit Sicherheitsanforderungen, digitale Anleitungen und Einbauerklärungen, erweitert die Kennzeichnungsanforderungen und erhöht die Betonung der Risikomeldung sowie der Zusammenarbeit mit nationalen Behörden. Hersteller von unvollständigen Maschinen müssen diese Unterschiede berücksichtigen, um den neuen Regelungen gerecht zu werden.



Pflichten der Hersteller von Maschinen, unvollständigen Maschinen und dazugehörigen Produkten. Inhaltliche Unterschiede zwischen der neuen Maschinen-Verordnung (EU) 2023/1230 und der Maschinenrichtlinie 2006/42/EG - Artikel 5 der Maschinenrichtlinie - in Bezug auf Inverkehrbringen und Inbetriebnahme.
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